Irrsinniges in Versen

Verarsch den Tod

Des nächtens war der Tod bei mir,
verlangte dass ich käme.
"Geh Du schon vor, ich komme nach!"
Ich grinste voller Häme.

Gesagt, getan; er ging voraus.
Ich stürmte aus den Federn
und suchte hastig unterm Bett
die alte Peitsche ledern.

Da war sie, ganz und gar verstaubt,
denn lang war her der Tag
an dem ein junger Mann geglaubt,
dass Schmerzen angesagt.

So schwang ich sie erneut im Wahn
Der Tod blieb steh’n und schaute.
Denn niemand, der sonst mit ihm kam,
noch lustvoll Schmerz verdaute.

"Die Hölle wird dein neues Heim!"
Die hohle Stimme röhrte.
"Das hoff ich auch, ich möcht’ dort rein!"
war alles was er hörte.

Verärgert über so viel Lust
an Schmerzen und an Qual,
er plötzlich nicht einmal mehr wußt’,
wohin mit diesem Kerl.

"Die Hölle wird sein Himmel sein..."
hört’ ich ihn halblaut sagen.
"Im Himmel kommt er doch nicht rein,
wen kann ich jetzt noch fragen?"

So schaffte ich, ihn zu verwirr’n.
Den Kopf voll Widersinn
ging er bald grübelnd weg von mir.
Ich legt’ mich wieder hin.

Und die Moral von der Geschicht’,
sofern es eine gäbe:
Verarsch den Tod, doch reiz ihn nicht,
Auf dass man länger lebe!